Ich möchte euch eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte über einen Telefonanbieter, einen Umzug und eine Kundin. Alles begann damit, dass die Kundin fünf Wochen vor ihrem Umzug eben diesen beauftragte: sie wollte ihre Telefonnummer und den DSL-Anschluss mitnehmen, zusätzlich bestellte sie dabei noch ISDN, damit auch die zukünftige Mitbewohnerin der Kundin einen eigenen Telefonanschluss und Internetzugang haben würde. Kein Problem, sagte man der Kundin im Shop des Telefonanbieters und so schien alles in Ordnung zu sein. Man lobte die Kundin sogar noch, dass sie sich so rechtzeitig um die Sache gekümmert hatte, so würde es nämlich zu keinerlei Verzögerung kommen. Tja. Denkste. Zwei Tage vor dem Umzug bekam die Kundin einen Erinnerungsanruf vom Service, dass der Techniker zum vereinbarten Termin zur Umstellung der Anschlüsse in die neue Wohnung kommen würde, jedoch wusste der werte Herr Service-Mitarbeiter nichts von einem ISDN-Anschluss. Bloß ein analoger Telefonanschluss und eine DSL-Leitung war für die neue Wohnung vorgesehen. Der Kundin wurde versichert, dass man sich um diesen offensichtlichen Fehler kümmern würde und so aktivierte der Techniker am nächsten Tag nur Analog- und DSL-Anschluss.
Die Kundin schloss ihre Endgeräte an und stellte fest, dass sie zwar telefonieren, jedoch nicht ins Internet konnte, also rief sie bei der Service-Hotline an um freundlich nachzufragen wieso das denn nicht funktionierte. Es wurden Messungen durchgeführt, Leitungen resettet und wieder Messungen gemacht. Dann sollte die Kundin bis zum nächsten Tag warten, dann würde das schon funktionieren. Doch das tat es nicht. Also rief die Kundin erneut an und das Spiel wiederholte sich, angeblich war irgendein Port fehlerhaft und man musste das über Nacht reparieren. Doch auch am nächsten Tag passierte nichts. Ein weiterer Anruf und der Kundin wurde ich Bildsprache erklärt, dass ihre Leitung nicht in Ordnung war: es gibt Apfel-Leitungen und Birnen-Leitungen und sie hatte leider eine Zwetschgen-Leitung. Was dies zu bedeuten hatte war nicht klar, also wurde ein Techniker rausgeschickt – zwei Tage später. Nachdem dieser irgendetwas irgendwo getan hatte, hatte sich die Lage jedoch nicht geändert. Die Kundin setzte sich erneut mit der Hotline in Verbindung und dort teilte man ihr nun mit, dass sie überhaupt keinen DSL-Anschluss hatte, dass beim Umzug die Daten für ihren Online-Zugang versehentlich gelöscht worden waren. Nachdem die Kundin mit etwa 12 verschiedenen Mitarbeitern gesprochen hatte wurde ihr endlich eine Übergangskennung durchgesagt (im gleichen Atemzug wurde der Kundin mitgeteilt, dass sie in den nächsten Tagen eine richtige Kennung per Post zugeschickt bekommen würde), die sie sogleich in ihren PC tippte. Nichts. Weitere Anrufe, Ratlosigkeit, wieder irgendwas mit dem Port. Über Nacht durchlaufen lassen. Als auch am nächsten Tag nichts ging, rief sie erneut an und ein Mitarbeiter stellte fest, dass einfach nur ein Schalter umgelegt werden musste und zack – hatte die Kundin eine Internetverbindung. Eine schwere Geburt.
Nachdem die Kundin nun einen funktionierenden Analog- und DSL-Anschluss hatte, fragte sie sich, was denn nun mit ihrem ISDN-Anschluss sei, immerhin wollte ihre Mitbewohnerin auch langsam mal mit ihrem Anschluss telefonieren. Ein weiterer Anruf blieb der Kundin also nicht erspart, doch zu ihrer eigenen Überraschung wusste im Service niemand etwas über einen ISDN-Auftrag. Also nochmals aufgegeben und warten. Tage später ein erneuter Anruf. Wieder war dort kein Eintrag über einen ISDN-Auftrag zu finden. Die Kundin beschloss zum Shop in ihrer Nähe zu gehen und den Auftrag noch einmal persönlich zu erteilen, was jedoch ebenfalls nach hinten losging. Keine Regung, einfach nichts. Nachdem ein/zwei Wochen ins Land gegangen waren machte die Kundin sich erneut auf den Weg in den Shop und hakte nach, woraufhin tatsächlich einige Tage später ein Brief ins Haus flatterte, der die Umstellung auf ISDN bestätigte. Wunderbar. Geht doch. Die Kundin freute sich und schloss am Tag der Umstellung die ihr vom Vater überlassene FritzBox an, doch leider war diese zu alt um das DSL zu übertragen. Also musste eine Alternative her, welche die Kundin in der HorstBox fand. Angeschlossen, kein Signal. Ein Anruf beim Service ob auch alles mit der Leitung in Ordnung war und man sagte ihr, dass diese nicht synchron war und man das ganze resetten würde. Doch auch nach einiger Warterei…nichts.
Der Vater der Kundin, der mittlerweile Mitleid mit seiner Tochter zu haben schien, zauberte ein weiteres Gerät herbei, sogar aus dem Sortiment des Telefonanbieters selbst und versuchte sich sogleich an der Konfiguration. Doch außer den beiden Telefonen funktionierte wieder nichts. Die Kundin rief also erneut bei der Hotline an um zu erfragen, ob sie eventuell einen Fehler beim Anschluss des Gerätes gemacht hatten, doch man konnte der Kundin leider nicht helfen, da man unter ihrer Kundennummer keinen gültigen Eintrag fand. Angeblich hatte die Kundin weder einen Internet- noch einen ISDN-Anschluss. Die Kundin traute ihren Ohren nicht und wurde zu einer anderern Mitarbeiterin durchgestellt, die ihr nach einiger Sucherei mitteilte, dass das wohl ein Systemfehler gewesen war. Na, Gott sei Dank. Irgendwann kam die Kundin dann tatsächlich mal zu einem Techniker durch, welcher mit ihr die Anschlüsse durchging – offenbar fehlte da noch ein Kabel, welches die Mitbewohnerin der Kundin sogleich im Shop bekam, kostenlos. Und tatsächlich, nach 5 Wochen, 16 Gesprächen mit der Hotline, zwei Besuchen im Shop und drei angeschlossenen Geräten…funktionierte das Internet und auch beide Telefonanschlüsse.
Ja, meine Lieben, dieser Tag war heute. Heute konnten Johanna und ich zum ersten Mal seit wir hier wohnen, zeitgleich surfen und telefonieren. Über 10 Euro muss ich für die sinnlosen Telefonate mit der Hotline blechen (werde ich mir aber erstatten lassen), von den Nerven die das ganze gekostet hat, ganz zu schweigen. Ach und meine neue Online-Kennung, die habe ich übrigens immer noch nicht. Das dauert angeblich länger als ein paar Tage, doch das wusste nur einer von ca. sechs Mitarbeitern der Deutschen Telekom. Bravo, wirklich, bravo.
~ Song of the day: Green Day – She’s a rebel ~